Heiraten

 

Die Vermählung von Peter Fjodorowitsch mit Katharina Alexejewna 1745 in Rußland.

(Staatliches Hauptarchiv für Geschichte der UdSSR, „Zeitschriften über Zeremonien, Bankette und Feldzüge im Jahr 1745“. Übersetzung aus dem Russischen: Natalia Werner.

Hier in Auszügen, ausführlicher in der Broschüre des „Int. Fördervereins Katharina II. Zerbst e.V. unter dem Titel „Katharina II. – Deutsche Prinzessin auf russischem Thron“. Daten nach julianischem Kalender.)

Am 21. August 1745 wurde die Vermählung mit dem Grossfürst Peter Fjodorowitsch von der  Peter-Paul-Festung und den Wällen  der Admiralität bekanntgegeben.

In die entferntesten Teile des russ. Reiches erging ein Erlass des Zaren, Früchte und Wein sowie Boote und Wagen zur Verfrachtung  nach Petersburg zu liefern. Während  Herden von Schlachtvieh nach Petersburg getrieben wurden, während auf Hunderten von Karren Geflügel, Met und Wein in die Hauptstadt rollten, liefen täglich Schiffe mit Stoffen aus England, gefertigten Livreen aus Paris und Equipagen aus Deutschland im Hafen ein. Während die Zarin und mit ihr ganz Ruußland mit den Hochzeitsvorbereitungen beschäftigt war, liess sich der Bräutigam von seinem Dragoner über das Wesen der Ehe belehren.

Die Hochzeit fand in Sankt-Petersburg statt und dauerte 10 Tage. Sie wurde sorgfältig geplant und lief nach einer besonderen Zeremonie ab.

Menschenmassen strömten in Richtung Newskij Prospekt, um den festlichen Hochzeitszug vom Winterpalast zur Kathedrale der Mutter Gottes von Kasan, wo die Trauung stattfand, zu sehen.

120 Hofequipagen, prächtige mit Goldschmuck ausgestattete Hofkutschen für Prominente, Lakaien, Hofdiener und Pagen an jeder Seite. In einer Extrakutsche fuhren die Brautmutter, Fürstin Johanna Elisabeth von Anhalt-Zerbst, und die Prinzessin von Hessen-Coburg.

Die Kutsche der Zarin Elisabeth Petrowna wurde von 8 Schimmeln mit goldenem Pferdegeschirr gezogen.

Das Brautpaar fuhr gemeinsam in der Kutsche der Zarin. Nach der Zeremonie bewegte sich der Festzug in Richtung Winterpalast, wo in einer Galerie das Festmahl serviert wurde. Die Ausstattung hatte die Zarin dem berühmten italienischen Architekten B.F. Rastelli anvertraut.

Die Zarin sass mit den Neuvermählten an einem gesonderten Tisch mit Baldachin. Dort hatten auch die Mutter von Katharina, Johanna Elisabeth, sowie Prinz August von Holstein und die Prinzessin von Hessen-Coburg Platz genommen. Nach dem Abendessen fand ein kleiner Ball statt. Danach begleitete die Zarin das Brautpaar in ihr Zimmer.

Am 22. August gab es einem Empfang im Sommerpalast mit Diplomaten und geladenen Gästen der gesamten Aristokratie. An Tischen vor dem Palast gab es für das einfache Volk Ochsen am Spiess und viele andere Speisen.

Am 30. August, dem Jubiläumstag Alexander Newskijs; besuchten die Zarin, das Brautpaar und 43 Träger  der Newskij-Medaille das gleichnamige Kloster. Dort nahmen sie an einem Gottesdienst teil. Den Abschluss bildete am Abend ein wunderschönes Feuerwerk. Überall Musik, Kanonensalven und Glockenklang- so festlich begrüsste Rußland die Frau des Enkels Peter des Grossen.